T11 Kognitive Dysphasien


Seminarbeschreibung / Inhalte:

  • Einteilung und Diagnostik Kognitiver Dysphasien:
    Definitionen, Abgrenzung gegenüber Aphasien
  • Neue Forschungsergebnisse zur Wirksamkeit der Stengel-Methode in der Dysphasietherapie®
  • Das Kognitive Training von Stengel® in der Dysphasietherapie und zur kognitiv-orientierten Sprachtherapie
  • Therapie Kognitiver Dysphasien mit praktischen Beispielen und Übungsmöglichkeiten anhand von Video- und Fallbeispielen

Seminardauer: 2 Seminartage (16 Seminareinheiten)

Fortbildungspunkte:
16*

Dozentinnen:
Dr. med. S. Ladner-Merz
Dr. Maria-Dorothea Heidler, Sprachtherapeutin, Fachtherapeutin für Kognitives Training

Kursgebühren
(inkl. Material, Skript und MwSt.): Eur 350,-

Termin
: Auf Anfrage

Anmeldeformular

Ausführliche Seminarbeschreibung:
Nicht-aphasische zentrale Sprachstörungen (Kognitive Dysphasien) sind im klinischen Alltag sehr häufig, da sie sämtliche Sprachverarbeitungsstörungen um-fassen, die bei Schädel-Hirn-Traumata, Hypoxien, Demenzen, Psychosen, Epilepsien oder rechtshemisphärischen Läsionen vorkommen. Ihre Abgrenzung gegenüber Aphasien ist wichtig, da sie eine andere therapeutische Herangehensweise erfordern. Die Fortbildung soll einen umfassenden Überblick geben zur Einteilung Kognitiver Dysphasien, zur Diagnostik und Abgrenzung gegenüber Aphasien und zum therapeutischen Management. Zielgruppe sind niedergelassene und klinisch tätige Sprachtherapeuten, die mit der Behandlung von Patienten konfrontiert sind, deren Störungen zwar „nichtaphasisch“ sind, die aber dennoch in ihrer Kommunikation beeinträchtigt sind.

Einteilung und Diagnostik Kognitiver Dysphasien Kognitive Dysphasien können unterschiedlich eingeteilt werden: Entweder im Hinblick auf die verursachenden kognitiven Beeinträchtigungen (Exekutiv-, Aufmerksamkeits- und/oder Gedächtnisstörungen) oder die zugrunde liegenden Erkrankungen (Demenz, Korsakow-Psychose, Hypoxie etc.). Diese Einteilungsmöglichkeiten sollen umfassend dargestellt werden mit dem Ziel, Kognitive Dysphasien sicher von Aphasien abzugrenzen. Zudem wird ein Screening vorgestellt, mit dem sprachverarbeitungsrelevante kognitive Leistungen (Exekutiv-, Aufmerksamkeits- und Gedächtnisfunktionen) erfasst werden können als Basis für die Planung einer zielgerichteten Therapie.

Therapie Kognitiver Dysphasien Am zweiten Tag sollen therapeutische Konsequenzen einer Differenzialdiagnostik zwischen Patienten mit Aphasie und Kognitiver Dysphasie sowie spezifische Herangehensweisen besprochen werden. Diskutiert werden therapielimitie-renden Faktoren bei schweren Hirnschädigungen und die Bedingungen, unter denen restituierend (symptomorientiert) oder kompetenzerhaltend (umgekehrt-symptomorientiert) vorgegangen werden sollte. Für beide Vorgehens-weisen werden zahlreiche Beispiele und Übungsmöglichkeiten aufgezeigt (z.B das Kognitive Training nach Stengel® oder Materialien aus dem Bereich der Aphasie- und Neuropsychologietherapie). Zudem sollen die Teilnehmer anhand von Video- und Fallbeispielen selbständig und in Gruppenarbeit Möglichkeiten einer Kognitiv ausgerichteten Sprachtherapie (KAS) erarbeiten.

Am Ende folgt ein Überblick über neue Forschungsergebnisse zur Wirksamkeit der kognitiv-orientierte Sprachtherapie nach Stengel
® zur Therapie von Dysphasien.

Literatur:
Heidler, M.-D. (2006): Kognitive Dysphasien. Differenzialdiagnostik aphasischer und nicht-aphasischer zentraler Sprachstörungen sowie therapeutische Konsequenzen. Frank-furt am Main et al.: Peter Lang.
Heidler, M.-D. (2006): Genuine kognitive Störungen bei Aphasie: Relevanz einer Differenzial-diagnostik. Aphasie und verwandte Gebiete 20 (3), 43-53.
Heidler, M.-D. (2007): „Kognitive Dysphasien“ - Klassifikation, Diagnostik und Therapie nicht-aphasischer zentraler Sprachstörungen. Forum Logopädie 1 (21), 20-27.
Heidler, M.-D. (2008). Einteilung, Diagnostik und Therapie von Kognitiven Dysphasien. Die Sprachheilarbeit 6, 334-341.
Heidler, M.-D. (2010): „Kognitive Dysphasien“ - ein Klassifikationsmodell für nichtaphasische zentrale Sprachstörungen. Neurologie & Rehabilitation 16 (5), 217-222.
Schneider, B. (2007). Kognitive Dysphasie und Angst. Linguistische Untersuchungen bei Patienten mit Epilepsie und Angsterkrankung. http://bieson.ub.uni-bielefeld.de/volltexte/2008/1210/


(*für Therapeuten)